27.10.2022


Zum Anlass des heurigen runden Geburtstags von OEKO-TEX®: 30 Jahre geprüfte Qualität auf dem Gebiet der Textilökologie

 
 
Founding of the OEKO-TEX(R) Association
 
 

OETI - Institut fuer Oekologie, Technik und Innovation ist nicht nur Gründungsmitglied der OEKO-TEX® Gemeinschaft, sondern entwickelte vor dreißig Jahren auch den Vorläufer des heutigen OEKO-TEX® STANDARD 100 (ÖTN 100). Seit damals wurden Qualität und Angebot ständig weiter entwickelt - und der Erfolg spricht für sich: Die internationale OEKO-TEX® Gemeinschaft besteht heute aus insgesamt 17 unabhängigen Forschungs- und Prüfinstituten in Europa und Japan. Zwei wichtige Wegbegleiterinnen des OETI, OEKO-TEX® Expertin Helene Melnitzky, Abteilungsleiterin des Geschäftsbereiches Ökologie bei OETI und Brigitta Colbert, frühere OETI-Bereichsleiterin für Innovation, über die internationale Erfolgsgeschichte als Vorreiter für eine ganze Branche, aktuelle Entwicklungen und welche Rolle die Klimakrise für das Label spielt.


Zu Beginn der 1990iger Jahre entwickelte sich ein stärkeres Bewusstsein für Schadstoffe in Textilien. Hersteller*innen, aber auch Konsument*innen wollten nachgewiesen wissen, welche chemischen Inhaltsstoffe in den unterschiedlichen Textilien stecken. Durch die Globalisierung und verstärkte Importe und Exporte wurde diese Nachfrage zusätzlich immer größer. Brigitta Colbert, damals noch Leiterin des chemisch / analytischen Labors beim OETI, erinnert sich an die Anfänge: „Es gab Anfragen von Kund*innen hauptsächlich aus dem Konsumentenbereich, vereinzelt auch aus der Industrie. Nämlich dann, wenn es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch ein Textil kam und der Hersteller damit konfrontiert wurde. Zum damaligen Zeitpunkt gab es aber noch kein Regelwerk für Schadstoffe. Wir haben dann begonnen, gemeinsam mit Expert*innen aus der Textil- und Chemiebranche, schematische Prüfungsvorgangsweise für unterschiedliche textile Materialien zu entwickeln, um gezielt prüfen zu können. Mit ÖTN 100 haben wir tatsächlich als erstes Unternehmen in Europa den Grundstein dafür gelegt.“


In der Entwicklung wurde von Beginn an viel Wert auf differenzierte und transparente Prüfungsfaktoren gelegt, schildert die Expertin weiter: „Einerseits war es wichtig, spezielle Prüfungen für spezielle Textilien anzubieten, andererseits war es uns ein Anliegen, nie die Produktion und Entsorgungsprozesse selbst aus dem Fokus zu verlieren, etwa die Qualität von humanökologischen Eigenschaften. Ein Prüfungsverfahren in Modulen hat uns das dann ermöglicht. Heute haben wir alles im Produktionsprozess abgedeckt und der STANDARD 100 by OEKO-TEX® gehört zu den weltweit bekanntesten Labels für schadstoffgeprüfte Textilien. Es steht für Kundenvertrauen und hohe Produktsicherheit.“


Die wichtigsten Meilensteine

Die letzten dreißig Jahre waren geprägt von zahlreichen Entwicklungen und Veränderungen, schildert Helene Melnitzky, Abteilungsleiterin des Geschäftsbereiches Ökologie bei OETI: „Zu Beginn gab es beispielsweise die strategisch wichtige Entscheidung, uns im chemisch-analytischen Technikbereich mit Geräten auszustatten, um die Anforderungen für Nachweisgrenzen zu erfüllen. Das war damals als Prüfinstitut ein neuer Weg, der natürlich auch in der Branche mit großem Interesse verfolgt wurde. Als wir dann zwei Jahre später immer noch am Markt waren, war das durchaus bemerkenswert. Unsere Kund*innen wurden mit den Jahren zu langjährigen Partnern.“ Ein weiterer wesentlicher Meilenstein war sicher auch die Gründung der Niederlassung in Ägypten.


Wie aber hat sich das heutige OEKO-TEX® Produkt STANDARD 100 vom Vorläufer (ÖTN 100) weiterentwickelt? Helene Melnitzky: „Es hat sich sehr viel verändert, wir sind stetig mit den neuen Anforderungen der Textilindustrie gewachsen. Außerdem hat sich im Laufe der Jahre auch die Gesetzgebung entwickelt und gewisse Standards wurden dementsprechend neu definiert. So hat sich auch unser Produktportfolio gewandelt.“ Was sich jedoch seit Beginn sehr bewährt hat und nicht adaptiert wurde, ist das modulare Prüfsystem. „Wir fangen am Beginn der Produktionskette an und jeder einzelne Teilbereich kann zertifiziert werden, genauso wie das Endprodukt. Das macht uns in dieser Form bisher immer noch einzigartig.“


Für Einkäufer*innen, Großhändler*innen und Kund*innen wurden die Zertifizierungen bald zu einem wichtigen Sicherheitsaspekt. „Es gab immer mehr Druck von Seiten der österreichischen Textilindustrie, aber auch von den Endkonsument*innen, die gesunde und nachhaltige Kleidung einkaufen wollten. Unser Label entwickelte sich nach und nach zu einem wichtigen Tool, um qualitativ hochwertige Lieferanten auszuweisen. Es war aber auch bei Ausschreibungen und Anforderungskatalogen von Firmen und der öffentlichen Hand bald nicht mehr wegzudenken“, erzählt Helene Melnitzky. Auch das Thema Umweltfreundliche Betriebsstätte wurde in den Fokus genommen. Ab 1994 gab es dafür eine Zertifizierung, in den Jahren 2012/13 wurde das Label dann mit STeP in eine Produktionszertifizierung umgewandelt. „Diese beinhaltet Umweltleistung, soziale Kriterien, Arbeitssicherheit, und Managementsysteme Zu Beginn waren es knapp 60 Firmen, die sich dieser Zertifizierung unterzogen haben. Heute sind es bereits 850 Unternehmen weltweit mit dieser Zertifizierung. Das OEKO-TEX® Label MADE IN GREEN, welches im Jahr 2014 eingeführt wurde, soll zudem für Endkund*innen ausweisen, dass ein Produkt schadstofffrei und umwelt- und sozial verträglich produziert wurde.“


Die Gründung der Internationalen OEKO-TEX® Gemeinschaft im Jahr 1992 war eine weitere strategisch und wirtschaftlich wichtige Entscheidung für eine klare Positionierung am Markt. „Es gab zu der Zeit schon verschiedene andere Institute und wir wollten eine Plattform zum Austausch schaffen, außerdem die Standards internationaler implementieren. Aus einer kleinen Gemeinschaft ist eine große entstanden. Derzeit haben wir siebzehn Prüfinstitute in Europa und eines in Japan.“


Der Blick in die Zukunft

Für die kommenden Jahre skizziert Helene Melnitzky zahlreiche relevante Themen, die auch für die Weiterentwicklung von OEKO-TEX® eine Rolle spielen: „In sehr naher Zukunft werden wir beispielsweise aufgrund kommender EU-Regelungen den CO2-Fußabdruck am Produkt anbieten, da dies dementsprechend ausgewiesen und bepreist werden soll. Ganz zentral ist auch alles rund um Recyclingprozesse und Lieferantensorgfaltspflichten. Der Nachweis, dass entlang der gesamten Lieferkette Sorge getragen wird, dass Umweltstandard und soziale Kriterien eingehalten werden, ist heute mehr denn je von größter Bedeutung, um die Klimaziele in der Textilindustrie zu erfüllen.“



Rückfragehinweis:

• Dipl.-HTL-Ing. Helene Melnitzky, Leiterin Geschäftsbereich Ökologie, helene.melnitzky@oeti.biz, +43 1 5442543 – 17

• Mag. Gerda Pongratz, MA, Marketing-Managerin, gerda.pongratz@oeti.biz,

phone: +43 1 5442543 – 25, mobile: +43 699 16060825

• web: www.oeti.biz


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